Wider Erwarten scheint heute die Sonne nicht. Ich sitze auf meiner Couch, trinke einen Kaffee und sehe nach draußen. Ein Eichhörnchen hüpft von Ast zu Ast. „Wenn es nur nicht herunter fällt“, denke ich ängstlich. Es scheint fröhlich zu sein. Ich bin es nicht.

Es ist diese Stimmung, die mir nichts Gutes verheißt. Heute ist ein Tag, so grau wie nie, der Himmel weint. Als hätte ihm etwas die Stimmung verhagelt … komisch, wie sehr unsere Sprache doch vom Wetter geprägt ist … aber vielleicht nicht allzu sehr. Denn vor nicht allzu langer Zeit haben unsere Vorfahren noch draußen gelebt. Sie glauben es nicht? Stellen Sie mal einen Tag im Winter nicht die Heizung ab … schon wird das Wetter immer wichtiger.

Ein Mangel an Licht kann zu schlechter Stimmung führen. Wenn dann wieder Regentropfen von oben nach unten fließen, ist es wieder so weit. Freude sieht anders aus, und wir haben den Blues.

Es ist, als sei die Zeit angehalten. Die Menschen bleiben zu Hause, einige denken vielleicht „Sei’s drum“ und schmeißen eine Packung Spaghetti ins siedende Wasser. Das ist dann die optimistischere Haltung. „Hey, es ist nur Wetter“ könnt man sagen, es lässt sich eh nicht ändern und ist nur irgendein äußerer Umstand, der vergeht, geschwind, wie der Sommerwind.

Man muss dann also nicht wie sieben Tage Regenwetter aussehen oder sich fühlen. Wir können auch Sonnenschein in uns hinein lassen, der garnicht da ist. Wer erinnert sich noch an das Musical „Hair“ mit dem wunderbaren Lied: „let the sunshine in“. Entdecken wir den Hippie in uns. Dazu braucht man sich nicht einmal lange Haare wachsen zu lassen oder eine Latzhose zu tragen… die Haltung macht’s.

Malen wir uns die Welt bunt. Spaghetti machen glücklich. Dann stört auch der graue Himmel nicht. Und ein plötzlicher Wolkenbruch schlägt uns nicht mehr aufs Gemüt. Die Sonne scheint ja immer … wir sehen sie nur gerade nicht.