Es muss nicht immer der Porsche sein, der zeigt, ob jemand es hat: Geld oder keines. Auch keine eigene Insel, oder ein Schloss an der Elbchaussee. Es gibt so viel Reichtum bei uns: Das Haus, das Pferd, das Auto. Dieser Reichtum ist natürlich materieller Art. Dass jemand einen Palast sei Eigen nennt, bedeutet noch lange nicht, dass er sein Glück gefunden hat. Auf der anderen Seite bedeutet nicht, dass jemand, der von Hartz 4 lebt, sich auf der Schattenseite unseres Daseins befindet….

Was ist das also, arm oder reich? Viel wurde hierüber geschrieben. Hiernach ist Armut ein Mangel an dem, was zur Befriedigung eigener Bedürfnisse führt. Welch langweiliger Satz und wie nichtssagend … Arm sein kann bedeuten, zu wenig zu essen zu haben. Das ist in Deutschland oft nicht der Fall. Eher gilt als arm, wer zu wenig verdient, in einer zu kleinen Wohnung lebt, nicht am sozialen Leben teilnehmen kann.

Es gibt aber auch soetwas wie eine geistige Verarmung. Dies ist nicht mit Dummheit gleich zu setzten. Hierbei handelt es sich eher um Vereinsamung. Diese trifft viele von uns, gerade auch im Alter. Familienangehörige gibt es plötzlich nicht mehr, und wenn, dann leben sie weit weg. Vielleicht hat man sich auch mit ihnen gestritten, versteht sich schlecht. Auch sonst herrscht Einsamkeit. Soziale Beziehungen gibt es kaum noch. Man arbeitet nicht mehr, die Freunde, sofern man denn welche hat, machen sich auch rar…

Dies ist freilich ein düsteres Bild, trifft aber so viele. Natürlich könnte man einwenden, dass jeder seines Glückes Schmied ist und dass Freundschaften nicht von alleine kommen – man muss sich hierum bemühen. Dies fällt aber vielen Menschen schwer. Sei es Schüchternheit oder aber, dass der Beruf in der sogenannten Rush Hour des Lebens vorgeht. Zeit für Freunde, Liebe, Familie ist da nicht. Und warum sollte man sich auch am Feierabend verabreden, wenn man sowieso wieder bis neunzehn oder zwanzig Uhr arbeitet und danach einfach platt auf dem Sofa liegt? Ist dies nicht Burnout Präventation?

Und wieder stellt sich die Frage, was eigentlich wichtig am Leben ist? Was hat man davon, wenn man sein Herz öffnet für all die Menschen um einen herum? Ich würde sagen: Vieles – man surft nicht nur im eigenen Sternensystem sondern lernt ganz andere Galaxien kennen.